Fakten und Zahlen

Seit 1946 gehört der Schoggitaler zu den Markenzeichen von Schweizer Heimatschutz und Pro Natura.
Am Anfang stand ein genialer Einfall. 1946 hätte der Silsersee im Oberengadin gestaut und die einzigartige Seenlandschaft durch Wasserkraftbauten entstellt werden sollen. Um die Gemeinden für die entgangenen Wasserzinseinnahmen zu entschädigen, "erfanden" Pro Natura und Schweizer Heimatschutz den Schoggitaler. Bundesrat Walter Stampfli und die ihm unterstellten Ämter für Rationierungswesen und Kriegsernährung liessen sich für die Idee gewinnen und gaben 25 Tonnen der damals rationierten Schokolade frei. Bereits zwei Monate später, am 9./10. Februar 1946, wurden landesweit 823’420 Taler abgesetzt. Damit war der Silsersee gerettet.
Seither dient die Schoggitaleraktion beiden Organisationen als feste Einnahmequelle und wichtiges Sensibilisierungsinstrument für ihre Projekte und Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit.
Bewährte Partner
Der Schweizer Heimatschutz und Pro Natura – die Trägerorganisationen der Schoggitaleraktion – sind sogenannte Nichtregierungsorganisationen (NGO). Das heisst, beide handeln nicht gewinnorientiert und sind weder von staatlichen Stellen organisiert noch von diesen abhängig. Beide verfolgen gemeinnützige Ziele, sind also zu Gunsten der Allgemeinheit tätig.
Der Schweizer Heimatschutz ist die führende Schweizer Non-Profit-Organisation im Bereich Baukultur. Er ist ein Verein mit 27'000 Mitgliedern und Gönnern und besteht seit 1905 als Dachorganisation von 25 kantonalen Sektionen. Er setzt sich dafür ein, dass Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen vor dem Abbruch bewahrt werden und weiterleben. Er fördert aber auch zeitgemässe, gute Architektur bei Neubauten. Weiter informiert er die Bevölkerung mit seinen Publikationen über die Schätze der Schweizer Baukultur. Jährlich verleiht er einer Gemeinde den Wakkerpreis für ihre vorbildlichen Leistungen in der Siedlungsentwicklung.
Pro Natura ist die führende Organisation für Naturschutz in der Schweiz. Sie verteidigt engagiert und kompetent die Interessen der Natur. Entschlossen und konsequent setzt sie sich für die Förderung und den Erhalt der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt ein. Ihre Ziele verfolgt Pro Natura mit politischem und praktischem Naturschutz sowie Bildungs- und Informationsarbeit. Sie plant, realisiert und fördert Projekte für gefährdete Arten und Lebensräume und vertritt als Anwältin der Natur deren Interessen. Pro Natura motiviert immer mehr Menschen dazu, der Natur Sorge zu tragen. Zu den Pioniertaten der 1909 gegründeten Organisation gehört die Schaffung des Schweizerischen Nationalparks. Heute betreut Pro Natura über 600 Naturschutzgebiete und ein Dutzend Naturschutzzentren in der ganzen Schweiz. Als privater, gemeinnütziger Verein ist Pro Natura auf Mitgliederbeiträge und Spenden angewiesen. Pro Natura zählt rund hunderttausend Mitglieder und ist mit ihren Sektionen in allen Kantonen der Schweiz aktiv.
Beide Verbände sind Mitgründer der 1970 errichteten Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, die jährlich mit einem Betrag aus dem Erlös der Taleraktion unterstützt wird.
Mit dem ZEWO-Gütesiegel
Beide Trägerorganisationen sind ZEWO-zertifiziert. Das gilt ebenfalls für die Schoggitaleraktion als gemeinsame Unterorganisation von Pro Natura und Schweizer Heimatschutz.
Das ZEWO-Gütesiegel zeichnet gemeinnützige Organisationen für den gewissenhaften Umgang mit den ihnen anvertrauten Geldern aus. Es bescheinigt den zweckbestimmten, wirtschaftlichen und wirkungsvollen Einsatz von Spenden und steht für transparente und vertrauenswürdige Organisationen mit funktionierenden Kontrollstrukturen, die Ethik in der Mittelbeschaffung und in der Kommunikation wahren. Organisationen, die das Gütesiegel tragen werden regelmässig auf die Einhaltung der Kriterien geprüft.
Schlanke Organisation
Die Taleraktion ist ein Grossunternehmen auf Zeit. Die Abwicklung des Verkaufs innert weniger Wochen ist nur Dank unzähligen Helferinnen und Helfern möglich. Mit ihrem freiwilligen Einsatz tragen sie dazu bei, den Aufwand der ganzen Aktion niedrig zu halten.
- Das Talerbüro organisiert und koordiniert den gesamtschweizerischen Verkauf.
- 100 lokale freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Bezirksleiterinnen und Bezirksleiter) vertreten das Talerbüro in allen Landesgegenden.
- 2’500 Lehrerinnen und Lehrer begleiten den Talerverkauf ihrer Klassen auf Gemeindeebene.
- 50'000 Schülerinnen und Schüler im Alter von neun bis zwölf Jahren bieten der Bevölkerung die Taler an.
- Seit 2003 verkaufen auch rund 1000 Poststellen Schoggitaler (in Gemeinden mit wenig bis gar keinem Verkauf durch die Schulen).
- 600'000 Personen erwerben den Schoggitaler zu fünf Franken und unterstützen damit Heimat- und Naturschutzanliegen.
Jährlich ein Schwerpunkt
Die Taleraktion ist Jahr für Jahr einem zentralen Thema gewidmet. Dieses wird abwechselnd vom Schweizer Heimatschutz und von Pro Natura bestimmt.
Der Nettoertrag
von jährlich rund 1,5 Mio Franken geht an das Jahresprojekt (30%) und kommt vielen anderen Aufgaben und Tätigkeiten des Schweizer Heimatschutzes und von Pro Natura sowie der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zu Gute. Der Jahresbericht steht jeweils ab April des folgenden Jahres zum Download bereit.
Revisionsbericht 2010
Die Buchführung und Jahresrechnung des Gemeinschaftsfonds „Schoggitaler“ vom Schweizer Heimatschutz und von Pro Natura erfolgt nach den Bestimmungen der ZEWO und wird von der Revisionsstelle Argo Consilium AG geprüft.
Zutaten Schoggitaler
Der Schoggitaler wird mit Schweizer Biovollmilch sowie Fairtrade-zertifiziertem Zucker und Kakao hergestellt (seit 1998).
Da der Schoggitaler durch viele Hände geht und auch einiges aushalten muss, wenn die Schulkinder auf der Strasse unterwegs sind, werden die Schoggitaler mit rezyklierbarer Alufolie umwickelt; sie ist für diesen Zweck das geeignetste Material. Die dünne Goldfolie ist strapazierfähig und hygienisch; sie bietet Schutz vor Licht und Fremdgeschmack. Nur so lässt sich der Taler verpacken, dass er als Taler wahrgenommen wird, und nur dieses Material lässt eine Prägung mit dem Jahresthema zu. Die Alufolie hat sich als ökologischste aller zur Verfügung stehenden Verpackungsvarianten erwiesen.

Das Max Havelaar-Gütesiegel steht für fairen Handel gemäss internationalen Standards. Die beteiligten Kleinbauernfamilien und Arbeiterschaften im Süden profitieren von stabilen Preisen, Fair-Trade- und Bio-Prämien, von verbesserten Arbeitsbedingungen sowie vom Nutzen der biologischen Landwirtschaft. Die Einhaltung der internationalen Fair-Trade-Standards wird von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle kontrolliert.
Verpackung und Versand

Die Schoggitaler werden durch Mitarbeiter der Martin Stiftung, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Herrliberg/Erlenbach, abgepackt und versandfertig gemacht.


